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Jungfraubahn
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top
| Jungfraubahn | Jungfraubahn |
|---|---|
| Streckenkarte im Netz der Schmalspurbahnen der JBH | Streckenkarte im Netz der Schmalspurbahnen der JBH |
| Streckennummer (BAV) : | 318 |
| Fahrplanfeld : | 311, 312 |
| Streckenlänge: | 9,34 km |
| Spurweite : | 1000 mm ( Meterspur ) |
| Stromsystem : | 1125 V, 50 Hz â |
| Maximale Neigung : | 250 â° |
| Minimaler Radius : | 75 m |
| Zahnstangensystem : | Strub |
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Die Jungfraubahn (JB) ist eine elektrische Zahnradbahn in der Schweiz. Sie fßhrt seit August 1912 von der Kleinen Scheidegg durch Eiger und MÜnch bis auf das Jungfraujoch mit der hÜchsten Eisenbahnstation Europas (Tunnelstation, 3454 m) und ßberwindet auf einer Länge von 9,34 Kilometern fast 1400 HÜhenmeter. Etwas mehr als sieben Kilometer der Strecke liegen im Tunnel.
Die Bahn befindet sich grossenteils im Berner Oberland des Kantons Bern (Gemeinden Lauterbrunnen und Grindelwald), die letzten Meter ab HĂśhe Sphinx-Observatorium und die Endstation befinden sich im Kanton Wallis (Gemeinde Fieschertal).cite-ref-5[5]
Contents
⢠Geschichte
⢠Vorprojekte
⢠Bau
⢠Vollbetrieb
⢠Fahrzeugpark
⢠Ehemalige
⢠Bilder
⢠Literatur
⢠Filme
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geschichte
Ăbersicht / Historie
Die Jungfrau galt lange Zeit als der berĂźhmteste Berg der Schweiz. Viele Dichter, Maler und Gelehrte reisten in die Jungfrau-Region, um dort die Gletscher, Bergseen und Wasserfälle beim Dreigestirn Eiger, MĂśnch und Jungfrau zu bestaunen, zu dokumentieren und darĂźber Gedichte zu verfassen. In einem Text aus dem Jahre 1577/78 Ăźber den 4158 m hohen Jungfraugipfel heisst es: âDie Jungfrau ist ein sehr hoher, von ewigem Schnee und Eis starrender Berg, daher vĂśllig unzugänglichâ.
Dies änderte sich am 3. August 1811, als die Gebrßder Johann Rudolf und Hieronymus Meyer als erste den Gipfel erklommen.
Dieser Wunsch nach einer Bahn auf das Jungfraumassiv nahm Ende des 19. Jahrhunderts konkrete Formen an. In der gesamten Schweiz grassierte das âBergbahnfieberâ. In der Folge entstanden eine ganze Reihe von Zahnradbahnen. Den HĂśhepunkt des Baufiebers stellte die Jungfraubahn dar.
Vorprojekte
Anlässlich einer Bergbahnmodell-Ausstellung in Bern präsentierte Friedrich Seiler 1869 seine Idee einer pneumatischen Bahn von Lauterbrunnen bis zum Rottal am Fusse der Jungfrau. Vom Rottal aus sollte ein gesicherter Bergweg bis zur Jungfrauspitze fßhren. Weiter wollte Seiler Schlittenfahrten mit Rentieren oder Polarhunden ßber den Aletschgletscher ins Wallis organisieren. Das ganze Projekt geriet jedoch rasch in Vergessenheit.
Am 16. Oktober 1889 reichte der ZĂźrcher Ingenieur Maurice Koechlin beim Bundesrat ein Projekt fĂźr eine Bahn auf den Jungfraugipfel ein. Es sollte eine in fĂźnf Sektionen gestaffelte Bahn mit elektrischem Antrieb sein.
Sechs Tage darauf legte der Aargauer Ingenieur Alexander Trautweiler beim Bundesrat einen Plan fßr vier voneinander unabhängige Drahtseilbahnen vor, die zum Gipfel fßhrten.
Ein weiteres Projekt stammte vom Ingenieur Eduard Locher. In zwei geraden RĂśhren sollten Wagen mit Druckluft bewegt werden.cite-ref-studer-6-0[6] Da der Bundesrat nur eine Baukonzession vergeben wollte, versuchte er vorerst, die Gesuchsteller zu einer Einigung zu bringen â zunächst vergebens. Im FrĂźhsommer 1891 wurde dem Projekt Koechlin die Konzession erteilt, die Realisierung scheiterte jedoch an der Finanzierung und daran, dass das medizinische Gutachten, das die Unbedenklichkeit von Aufenthalten in solchen HĂśhen nachweisen sollte, negativ ausfiel.cite-ref-studer-6-1[6]
Dasselbe Schicksal erlitt auch das Projekt fĂźr eine Tunnelzahnradbahn auf den Eigergipfel.
Projekt von Adolf Guyer-Zeller
Nach einer Bergwanderung vom Schilthorn nach Mßrren kam dem 54-jährigen Grossindustriellen und Finanzpolitiker Adolf Guyer-Zeller eine neue Idee fßr die Jungfraubahn. Als er nämlich einen Zug der Wengernalpbahn gegen die Kleine Scheidegg fahren sah, fasste er den Entschluss, von dort aus eine Bahn auf die Jungfrau zu bauen. In der Nacht hielt er die Linienfßhrung auf einem Blatt Papier fest.cite-ref-7[7]
Am 20. Dezember 1893, knapp vier Monate nach seiner Wanderung, reichte Guyer-Zeller sein Konzessionsgesuch beim Bundesrat ein. In diesem hiess es, dass mit dem Bau der Jungfraubahn nicht in Lauterbrunnen begonnen werde, sondern auf der Kleinen Scheidegg. Die elektrische Zahnradbahn sollte bis zur ersten Station oberirdisch sein, weitergefĂźhrt werde die Bahn in einem Tunnel. Auf dem Weg zum Jungfraugipfel sollte sie an vier Stationen halten, wobei jede dieser Stationen dank des unterschiedlichen Blickwinkels ihren einzigartigen Reiz haben und fĂźr sich allein ein touristisches Ziel darstellen sollte.
Am 21. Dezember 1894 erhielt Guyer-Zeller die Konzession vom Parlament, sein Projekt zu realisieren. Diesmal war ein gefordertes medizinisches Gutachten positiv ausgefallen.
Guyer-Zeller erhielt die Konzession zum Bau der Jungfraubahn nur unter dem Vorbehalt des Beweises, dass eine Bahn in derart grossen HÜhen fßr die Bauarbeiter und später fßr die Passagiere medizinisch unbedenklich sei. Deshalb hatte er am 15. September 1894 um drei Uhr morgens eine Expedition von Zermatt zum Breithorn gestartet. Dabei wurden sieben Versuchspersonen im Alter von zehn bis 70 Jahren von je sechs bis acht Trägern auf das 3750 m hohe Plateau des Berges hinaufgebracht. Da die Auswertung des Testes keine ungßnstigen Erkenntnisse ergab, galt der Beweis als erbracht.cite-ref-8[8]
Das Projekt sah eine Fßhrung bis in die Nähe des Jungfrau-Gipfels vor, siehe nebenstehende Karte. Aus wirtschaftlichen Grßnden blieb es jedoch beim Bau bis zum Jungfraujoch. Zudem hätte man die vielen Besucher im Gipfelbereich nur aufwendig unterbringen kÜnnen. Auch die zusätzliche HÜhe kÜnnte bei mehr Besuchern Probleme bereiten. Bereits heute fßhren die Zßge eine medizinische Notfallausrßstung gegen mÜglichen Sauerstoffmangel bei Fahrgästen mit.
Bau
Am 27. Juli 1896 machte der Sekretär der Jungfraubahn, Friedrich Wrubel, den Spatenstich und der Bau begann. Die Bauarbeiten konzentrierten sich vorerst auf die offene Strecke zwischen der Kleinen Scheidegg und dem Bahnhof Eigergletscher. Der zwei Kilometer lange Abschnitt wurde ohne Hilfe von Maschinen bewältigt.
Trotz des Anschlusses an die Wengernalpbahn wählte man eine andere Spurweite (1000 mm anstelle von 800 mm), eine andere Zahnstange (System Strub anstelle des Systems Riggenbach) und Drehstrom statt Dampfbetrieb, da dieser mehr Leistung und hÜhere Sicherheit versprach. Damit die Fahrzeuge mit Drehstrom gespeist werden kÜnnen, verfßgt die Strecke ßber eine zweipolige Fahrleitung. An den Fahrzeugen selbst sind doppelte Stromabnehmer angebracht. Als dritter Pol dienen die geerdeten Fahrschienen.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]
Am 19. September 1898 wurde die erste Teilstrecke nach mehr als zwei Jahren mĂźhsamer Handarbeit in Betrieb genommen.
Nun begannen die Sprengarbeiten im Tunnel mit drei Schichten zu je acht Stunden. Bereits kurze Zeit nach Baubeginn des Tunnels ereignete sich ein schweres Unglßck. Bei einer Dynamitexplosion verloren sechs italienische Arbeiter das Leben. Die Unfallursache konnte nie geklärt werden, da die KÜrper der Opfer vÜllig verunstaltet waren. Als Folge dieses Unglßcks erliess die Bauleitung verschärfte Vorschriften zum Sprengverfahren und zur Lagerung des Dynamits. Der Tunnelbau ging nach dem Unfall wieder zßgig voran und 1899 fand der Stich zur Station Rotstock auf 2530 m HÜhe statt. Dies war jedoch der letzte Erfolg, den Adolf Guyer-Zeller erleben durfte, denn kaum einen Monat später, am 3. April 1899, erlag er im Alter von 60 Jahren in Zßrich einer Lungenentzßndung. Sein Tod stellte den Weiterbau in Frage, seine Erben fßhrten das Werk nach einem kurzen Unterbruch jedoch mit Beharrlichkeit fort. Die Arbeiten kamen wegen der unsicheren Finanzierung aber nur schleppend voran. Die Gesellschaft lebte quasi von der Hand in den Mund, und der Weiterbau konnte nur dank kurzfristiger Bankkredite finanziert werden.
Erst am 28. Juni 1903 konnte der Betrieb bis zur Station Eigerwand inmitten der Eiger-Nordwand dem Verkehr ßbergeben werden. Von dieser Station haben die Reisenden einen Ausblick ßber den Abgrund mitten aus der Eigernordwand in Richtung Grindelwald.cite-ref-11[11] Zwei Jahre später, am 25. Juli 1905, konnte die Strecke bis zur Haltestelle Eismeer auf 3160 m, auch Kallifirn genannt, mit einer wunderbaren Aussicht ßber die Gletscherwelt erÜffnet werden. Zahlreiche Touristen drängelten sich an der Kasse am Bahnhof Kleine Scheidegg, um das erste Billett zu der neuen Station erwerben zu kÜnnen.cite-ref-12[12] Auf dieser Station wurde bis zur Fertigstellung der Bahn ein Touristenzentrum betrieben.
Bevor der Bau jedoch weitergehen konnte, musste das Unternehmen neues Geld beschaffen. Auch Guyer-Zellers ursprßngliche Pläne wurden von der Bauleitung abgeändert. Sie entschloss sich, anstelle eines Halts unter dem MÜnchsjoch und der weiteren Strecke bis hinauf auf den Gipfel der Jungfrau, das Jungfraujoch auf 3454 m als Endstation vorzusehen.
Der Bau der letzten 3,6 Kilometer galt als einfach zu meistern, jedoch tauchten unerwartete Hindernisse auf: Der Fels leistete Widerstand, im Sommer hatte der gewinnbringende Personenverkehr Vorrang und im Winter versiegte zeitweise das Wasser, mit dem im Tal Strom fßr Bahn und Maschinen erzeugt wurde. Des Weiteren zehrten die harten Arbeitsbedingungen an den Kräften der Arbeiter. Um die Arbeitsmoral zu stärken, wurde eine Sonderprämie fßr die Schicht ausgelobt, der der Durchbruch gelingt. Dieser Anreiz fßhrte jedoch auch zu Risikofreude, und die Arbeiter verwendeten so viel Dynamit wie mÜglich und mehr als zulässig, um sich des Durchschlags sicher zu sein. Am 21. Februar 1912 um 5.35 Uhr gelang schliesslich der Durchbruch, und die Schicht blickte durch das Loch am Jungfraujoch in den Morgenhimmel. Die Neue Zßrcher Zeitung verkßndete:
ÂŤEin grossartiges Werk, ein Triumph moderner Ingenieurkunst, erhielt mit dem 21. Februar 1912 seine Weihe. Um 5 Uhr 35 Minuten in der MorgenfrĂźhe krachte der entscheidende Schuss. Der Jubelruf âDurchâ widerhallte an den mächtigen Wänden und in tiefer Ergriffenheit sanken die Kameraden sich in die Arme.Âť
Am 29. Juli 1912 erteilte der Bundesrat die Betriebsbewilligung fßr die Jungfraubahn bis zum Jungfraujoch, nachdem Bundespräsident Ludwig Forrer und die Bundesräte Arthur Hoffmann und Louis Perrier das Jungfraujoch besucht hatten.
Am 1. August 1912 kurz vor Mittag, 16 Jahre nach Baubeginn, fuhr der erste, festlich geschmßckte Zug mit geladenen Gästen die 9,3 Kilometer lange Strecke hinauf. Auf dem Jungfraujoch angekommen, gingen die Gäste durch eine zweihundert Meter lange Galerie. Die letzten Meter des Weges fßhrten durch ewiges Eis. Auf dem Jungfrauplateau wurde gefeiert und die Schweizer Flagge gehisst.
Vollbetrieb
Der im Jahr 1912 erĂśffnete Abschnitt EismeerâJungfraujoch wurde sowohl im Adhäsionsbetrieb als auch im letzten Abschnitt kurz vor dem Jungfraujoch mit Zahnradbetrieb befahren. Daher mussten spezielle Reibungs- und Zahnradlokomotiven beschafft werden. Erst 1951 stellte man die ganze Strecke auf durchgehenden Zahnradbetrieb um, um die BetriebsfĂźhrung zu erleichtern. Strom fĂźr die Bahn wird im betriebseigenen Wasserkraftwerk in LĂźtschental gewonnen. Der von drei talfahrenden ZĂźgen ins Fahrleitungsnetz eingespeiste Bremsstrom reicht aus, um einen bergfahrenden Zug zu versorgen.cite-ref-13[13]
Die Fahrgastzahlen entwickelten sich positiv und ßbertrafen von Anfang an die Erwartungen. Hatte Guyer-Zeller anfangs 20'000 Fahrgäste, später 43'500 prognostiziert, waren es 1912 schon 77'000 Personen, welche die Bahn benutzten.
2011 waren es 765'000 Fahrgäste.cite-ref-14[14]
Bis Ende 2009 betrieb die Jungfraubahn bei der Station Eigergletscher eine Schlittenhundezuchtanstalt. Die Hundeschlitten transportierten anfänglich im Winter Lebensmittel und Postsendungen von Wengen zum Eigergletscher. Seit den 1930er Jahren wurden die aus GrÜnland stammenden Polarhunde nur noch fßr touristische Zwecke genutzt.
Mit der Indienststellung der neuen Triebwagen 221â224 im Jahr 2016, die zusammen mit den schon vorhandenen Einheiten 211â218 den Gesamtverkehr abwickeln, konnte bei der Fahrplangestaltung die RĂźcksichtnahme auf die festen Geschwindigkeiten der Triebwagen mit direktgespeisten Drehstrommotoren aufgegeben werden. Um den Halbstundentakt mit drei Umläufen bewältigen zu kĂśnnen, wurde die Fahrgeschwindigkeit erhĂśht und zusätzlich die Bedienung der Aussichtshaltestelle Eigerwand aufgegeben. Seit dem 11. Dezember 2016 kĂśnnen die Fahrgäste nur noch beim Eismeer aussteigen. Die Fahrzeit fĂźr die Bergfahrt reduziert sich so um 17 auf nunmehr 35 Minuten. Nach der Vollendung des V-Bahn-Projektes kĂśnnen die Fahrgäste nun direkt und schneller ohne Benutzung der Wengernalpbahn zur Station Eigergletscher fahren.
Rekorde bei der HĂśhe / HĂśchstmarken
⢠Station Jungfraujoch, 3454 m, hÜchstgelegene Bahnstation Europas (Top of Europe)
⢠Station Eigergletscher, betrieblicher Mittelpunkt der Jungfraubahn mit der hÜchstgelegenen Betriebskßche aller Bahnen Europas.
⢠Werkstätte Eigergletscher, hÜchstgelegener Mechanikerausbildungsplatz Europas.
Fahrzeugpark
Ehemalige
Lokomotiven zu den Rowanwagen
⢠He 2/2 1 und 2, (1898), 1960 ausrangiert und Rowanzug mit Lokomotive He 2/2 2 verschrottet, Rowanzug mit Lokomotive He 2/2 1 steht im Verkehrshaus Luzern
⢠He 2/2 3 und 4 (1900), 1960 verschrottet
⢠He 2/2 5 (1902), 1960 verschrottet
⢠He 2/2 6 (1904), bis 1996 in Dienst, 1997 remisiert im Depot Kleine Scheidegg, September 2008 an Bahnmuseum Kerzers-Kallnach, Juni 2017 an Zahnradbahn TanvaldâHarrachovcite-ref-15[15] abgegeben
⢠He 2/2 7 (1908), 1963 verschrottet
⢠HGe 2/2 8 bis 10. 1912, ursprßnglich fßr den Adhäsions- und Zahnstangenbetrieb, heute He 2/2 8 bis 10
⢠HGe 2/2 11. 1924, ursprßnglich fßr den Adhäsions- und Zahnstangenbetrieb, heute He 2/2 11
⢠HGe 2/2 12. 1929, fßr den Adhäsions- und Zahnstangenbetrieb, 1964 verschrottet
Personenwagen
⢠Rowanwagen 1 bis 12
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts im Einsatz
Lokomotiven
⢠He 2/2 8 bis 11. 1912, umgebaut aus HGe 2/2 Nummer 11 mit Eiger-Ambassador-Express
Triebwagen und Doppeltriebwagen
⢠BDhe 2/4 201 und 202 (1955), 201 2016 abgebrochen
⢠BDhe 2/4 203 bis 206 (1960/1961), 205 2016 abgebrochen, 203 2019 abgebrochen
⢠BDhe 2/4 207 bis 210 (1964), 2016 abgebrochen
⢠BDhe 4/8 211 bis 214 (1992)
⢠BDhe 4/8 215 bis 218 (2002)
⢠Bhe 4/8 221 bis 224 (2016)
Steuerwagen
⢠Bt 25 und 26. 1955, 25 2016 abgebrochen
⢠Bt 27 bis 30. 1960, 27 2012, 28â30 2016 abgebrochen
⢠Bt 31 bis 34. 1964, 2016 abgebrochen
Dienstfahrzeuge
⢠X rote 51. 1937, Schneeschleuder
⢠X 52. 1921, Schneepflug
⢠Zekt 95 (1970/1994), Wassertransportwagen, passend zu den Doppeltriebwagen BDhe 4/8 211 bis 218
⢠Xhe rote 12. 2012, selbstfahrende bidirektionale Schneeschleuder mit Spurpflßgen und Weichengebläse
EigentĂźmerschaft
Das Unternehmen gehĂśrt zu 100 % der Jungfraubahn Holding und wird durch deren Gesellschaft Jungfraubahnen Management betrieben.
GĂźterverkehr / Weltweit einzigartiges Transportkonzept
Fßr die Versorgung der zahlreichen Geschäfte und Restaurants am Jungfraujoch sind umfangreiche Gßtertransporte erforderlich. Die Waren werden in der Regel mit den regulären Personenzßgen auf bergseitig gekuppelten, offenen Wagen transportiert.
Bis 2021 erfolgte der Transport im unteren Teil mit der Wengernalpbahn (WAB), während der obere Teil von der Jungfraubahn bedient wurde. Da die beiden Zahnradbahnen unterschiedliche Spurweiten aufweisen, mussten die Waren im Bahnhof âKleine Scheideggâ mit Gabelstaplern â im Freien, mitten im Publikumsbereich â von einer Bahn auf die andere umgeladen werden.
Im Zuge des V-Bahn-Projekts (2021 erĂśffnet) wurde die gesamte Transportkette auf eine weltweit einzigartige und hochgradig automatisierte, multimodale Transportkette umgestellt. Der Warentransport erfolgt dabei in drei Etappen:
1. Transportetappe 1: ÂŤGrindelwald TerminalÂť â Bergstation ÂŤEiger-ExpressÂť: In der ersten Etappe erfolgt der Warentransport vollautomatisch mit der Seilbahn ÂŤEiger-ExpressÂť. FĂźr diesen Zweck wurden vier Kabinen der Seilbahn mit einer gekĂźrzten Mittelbank ausgefĂźhrt. In Zeiten mit geringerem Fahrgastaufkommen werden die Waren von einem fest installierten Beladeroboter vollautomatisch in die ansonsten fĂźr den Personentransport vorgesehenen Kabinen geladen. Die Entladung in der Bergstation der Seilbahn erfolgt ebenfalls vollautomatisch.
2. Transportetappe 2: Bergstation ÂŤEiger-ExpressÂť â Bahnhof Eigergletscher der Jungfraubahn: Zwischen der Bergstation der Seilbahn auf der einen Seite und dem Jungfraubahn-Bahnhof Eigergletscher auf der anderen Seite des Berggrates werden die Waren auf einer fest installierten FĂśrdertechnik transportiert. Diese befindet sich in einem Stollen. Auch auf dieser Etappe erfolgt der gesamte Transport vollautomatisch.
3. Transportetappe 3: Bahnhof Eigergletscher â Bahnhof Jungfraujoch: FĂźr die letzte Etappe des Transportes werden die Waren im Bahnhof Eigergletscher mittels Gabelstapler auf einen GĂźterwagen mit Wechselpritsche verladen. Der GĂźterwagen ist bergseitig an einen zwischen der Station Eigergletscher und der Station Jungfraujoch pendelnden Personenzug gekuppelt.
4. Im Bahnhof Jungfraujoch wird die Wechselpritsche von einem fest installierten Umschlaggerät automatisch vom Wagen gehoben und auf einem Regal im Untergrund zwischengelagert. Danach wird eine andere, ebenfalls im Regal im Untergrund bereitgestellte und bereits vorgeladene Wechselpritsche vom Umschlaggerät automatisch auf den Gßterwagen gestellt. Da sich die Umschlaganlage mitten im Publikumsbereich befindet, wird der Pritschenwechsel von einem Mitarbeiter ßberwacht. Kritische Bewegungen, bei denen die Gefahr besteht, dass sich im Gefahrenbereich befindliche Fahrgäste z. B. die Finger einquetschen kÜnnten, werden dabei im Zustimmbetrieb gefahren. Fßr diesen Pritschenwechsel stehen in der kurzen Wendezeit des Zuges maximal drei Minuten zur Verfßgung.
5. Nachdem der Zug den Bahnhof verlassen hat und die Fahrgäste den Bahnhofsbereich ebenfalls verlassen haben, wird die Wechselpritsche zum Be- und Entladen der Waren wieder aus dem Zwischenlager im Untergrund geholt und auf das Gleis gestellt. So kÜnnen die Waren ohne Gefährdung der Fahrgäste in der Zeit bis kurz vor der Einfahrt des nächsten Zuges ungestÜrt ent- bzw. beladen werden.
Bilder
Bilder in der Reihenfolge der Stationen:
Literatur
⢠Verena Gurtner: Jungfrau Express; Mit der Jungfraubahn ins Hochgebirge: 9., nachgefßhrte Aufl. 1993, ISBN 978-3-9520226-0-3.
⢠Florian Inäbnit: Jungfraubahn; Die Linie Kleine ScheideggâJungfraujoch der Jungfraubahnen. Prellbock Druck & Verlag, Leissigen 2003, ISBN 3-907579-27-5.
⢠Ralf Roman Rossberg: Die Jungfrau-Region und ihre Bahnen. Hallwag, Bern/Stuttgart 1983, ISBN 3-444-06064-5.
⢠Niklaus Bolt: Svizzero. Neuauflage. Reinhardt, Basel 1979, ISBN 3-7245-0436-5. (Ein Jugendbuch aus dem Jahr 1913, welches den Tunnelbau der Jungfraubahn thematisiert)
⢠Wolfgang Finke: Die Fahrzeuge der Jungfraubahnen 1. Verlag tram-tv, KÜln 2010, ISBN 978-3-9813669-2-1. (Ein Buch auf DVD)
⢠John Ball: The Alpine Guide, Central Alps. London 1866.
⢠J. C. Heer: Die Jungfraubahn. In: Velhagen und Klasings Monatshefte. Jg. 12 (1897/98), Bd. 1, Heft 3, November 1897, S. 273â283.
⢠Pressemitteilung der Jungfraubahn Management AG zum 100-jährigen Jubiläum vom 26. August 2011.
⢠Walter Gunthardt, AndrÊ Hug, Niklaus Gurtner, Ueli Flßck: Jungfrau. Zum 75. Geburtstag der Jungfraubahn. Jungfraubahnen, Interlaken / Brßgger, Meiringen 1987.
⢠Wolfgang Wahl-Guyer: Adolf Guyer-Zeller in Selbstzeugnissen. Sehen und Sehnen in Reisetagebßchern und Briefen. Chronos, Zßrich 2004, ISBN 3-0340-0647-0.
⢠Peter Krebs, Werner Catrina, Beat Moser, Rainer Rettner: Jungfraujoch â Top of Europe â Erlebnis Jungfraubahn. Offizielles Jubiläumsbuch 100 Jahre Jungfraubahnen. AS Verlag, ZĂźrich 2011, ISBN 978-3-909111-90-9.
⢠Bernhard Studer: HĂśchste Eisenbahn. Jubiläum auf dem Jungfraujoch. In: eisenbahn magazin. Nr. 8/2012. Alba Publikation, August 2012, ISSN 0342-1902, S. 32â37.
⢠Bibliographie zur Jungfraubahn Holding AG (JBH) bei Bahn + Bus CH
⢠Die Einweihung der ersten Strecke der Jungfraubahn. In: Die Gartenlaube. Heft 23, 1898, S. 728â730 (Volltext [Wikisource]).
Filme
⢠SRF Dok Der Preis des Erfolges â Begegnungen am Jungfraujoch 2016 Dokumentation 50 Minuten. Ăber den Massentourismus und die Jungfraubahn.
⢠Hannes Schuler, Manfred Baur: Die Eroberung der Alpen, Gipfelstßrmer. Folge 3. BR-online, 2009. Dokumentation, 45 Minuten. (Die Seil- und Zahnradbahnen ermÜglichen im 20. Jhdt. den Hochgebirgstourismus in den Alpenländern).
⢠Die Jungfraubahn ist auch in mehreren Spielfilmen zu sehen. So ist sie Bestandteil im Actionfilm Im Auftrag des Drachen (The Eiger Sanction) und im Bergsteigerdrama Nordwand. Auch in einer ErÜffnungssequenz des Horrorfilms Curse of Chucky ist ein Bild der Bahn zu sehen, wie die Protagonistin Nika eine Europareise plant.
Weblinks
Commons
: Jungfraubahn
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Jungfraubahn
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Offizielle Webpräsenz der Jungfraubahn, der Wengernalpbahn, der Berner Oberland-Bahn, der Bergbahn LauterbrunnenâMĂźrren, der Harderbahn sowie einiger Seilbahnen wie dem Eiger-Express
⢠Live-Panoramakameras Jungfraujoch
⢠Infos zum Liftprojekt (Schweizer Fernsehen)
⢠Fotoalbum ßber die Jungfraubahn
⢠Matthias Pieren: Jungfraubahn: Kletterfahrt in die Eiswelt. In: Spiegel Online. 9. April 2012.
⢠Jungfraubahn: Warum die hÜchste Eisenbahn Europas nicht noch hÜher ging 'Tim Travel' auf YouTube (englisch mit dt. Untertiteln, abgerufen am 18. Januar 2021)
⢠James Schuster: Station Eismeer, Berliner Volkszeitung, 4. August 1905.
⢠Position der Zßge und Fßhrerstandvideo
Einzelnachweise
cite-note-bahnprofil-11. Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, 2010, ISBN 978-3-909111-74-9
cite-note-eisenbahnatlas-schweiz-22. Eisenbahnatlas Schweiz, Edition Schweers + Wall, EK-Verlag, 2024, ISBN 978-3-84466-441-6
cite-note-maps-trafimage-ch-44. maps.trafimage.ch mit Layern: Infrastruktur SBB/Tochtergesellschaften und Infrastruktur Ăźbrige Bahnen
cite-note-55. â NZZ: Wandern in der Welt der Viertausender, 29. Juli 2011
cite-note-studer-66. â Bernhard Studer: HĂśchste Eisenbahn. In: Eisenbahn-Magazin. 8/2012, S. 34.
cite-note-77. â Helmut Stalder: Der Wettlauf zur Jungfrau Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 30. Oktober 2025
cite-note-88. â Chronik der Jungfraubahn (Memento vom 14. Januar 2005 im Internet Archive) Ăbersicht auf Swissrails.ch
cite-note-99. â Hartmut Biesenack u. a.: Energieversorgung elektrischer Bahnen. Teubner-Verlag, 2006, Kapitel â7.1.4 Drehstromsystemeâ.
cite-note-1010. â Das Dach der Eisenbahn (Abschnitt Die Drehstromfahrleitung) (Memento vom 21. Dezember 2014 im Internet Archive), abgerufen am 21. Dezember 2014.
cite-note-1111. â 1903 Drei Fotografien von der Station Eigerwand der Jungfraubahn
cite-note-1212. â Der Kampf ums erste Billet der Station Eismeer (linke Spalte). Berliner Volkszeitung, 2. August 1905.
cite-note-1313. â Hanspeter Mettler: Tief im Hades von Eiger und MĂśnch. In: Neue ZĂźrcher Zeitung. Nr. 168, 21. Juli 2012, S. 15 (Artikel auf NZZonline).
cite-note-1414. â Bernhard Studer: HĂśchste Eisenbahn. In: Eisenbahn-Magazin. 8/2012, S. 36f.
cite-note-1515. â LudÄk Äada: Ĺ vĂ˝carskĂ˝ unikĂĄt ve VĂ˝topnÄ KoĹenov. Abgerufen am 26. Juli 2017 (tschechisch).